Ist ein Liteville billig oder teuer?
Auf der Suche nach seinem nächsten Geländezweirad scheint offenbar immer der Preis auch eine gewichtige Rolle zu spielen. Ich verstehe das völlig, keine Frage, aber man sollte sich selbst ehrlich die Frage stellen, was denn ein guter Preis ist? - Ist es der Niedrigste? Der Kleinste? Oder gar der Höchste? Gibt es einen "gerechten" Preis?
".... und mach mir einen guten Preis!" - so, oder so ähnlich enden nämlich viele Anfragen, die wir in zunehmender Zahl per E-Mail (oft noch völlig anonym) erhalten. Dann stelle ich mir oft die Frage, was mit dem "guten" Preis gemeint ist und ob mein Gegenüber und ich denselben "guten" Preis damit meinen? In einem persönlichen Gespräch und/oder einem Telefonat gibt es noch Gestik, Mimik und Tonfall, der eine Interpretation ermöglicht, mit den elektronischen Medien fällt diese zusätzliche Information leider weg.
Wir leben in einer Zeit, in der Geiz zum Lebensideal erhoben wurde und riesige Unternehmenskonzerne genau mit dieser Masche es schaffen, den hart arbeitenden Menschen für minderwertige Ware oder gar Dinge, die in Wahrheit niemand brauchen würde, das schwer verdiente Geld aus den Taschen zu ziehen. Hand in Hand mit dem Geiz geht dann leider oft auch noch Gier und Neid einher und gemeinsam sind diese Drei eine traurige Mischung, die uns möglicherweise noch mehr als eine Wirtschafts- samt nachfolgender Schuldenkrise bescheren wird. Aber ich will an dieser Stelle nicht vom Thema abweichen.
"Geiz ist geil", wenn wir darauf unsere Zukunft und die Zukunft unserer Kinder aufbauen wollen, werden wir kein tragfähiges Fundament bauen können. Man muss auch mal etwas investieren, um danach die Früchte seiner eigenen, und der Arbeit der Gemeinschaft, in der wir leben, ernten zu können. Ernten ohne zu säen ist per Definitionem unmöglich und doch scheinen einige wenige ganz Schlaue, das Perpetuum-Mobile der Wirtschaft gefunden zu haben. Ich selbst war als Unternehmensberater im Bereich der Wirtschaftsförderungen jahrelang tätig und habe aktiv am System partizipiert. Viele zahlen und ein paar Schlaue und Große streifen den Gewinn ein. Ungerecht, oder? - Und aus diesem Grund habe ich den Job gewechselt und mache nun, was mir am meisten Spass bereitet - ich baue einige der tollsten und besten Bikes zusammen, die man sich für Geld kaufen kann!
Dass diese Bikes nicht billig sein können, dürfte jedem klar sein. "Billig, billiger, am Billigsten" machen die Großserienhersteller und/oder Versender seit Jahren und für diese steht nicht der Spass, den jeder zukünftige Besitzer eines ihrer Produkte haben sollte, an der Spitze der Motivationspyramide, sondern die kapitalistische Gewinnmaximierung. Darum hätte ich niemals mit solchen Bikes und deren Vertrieb glücklich werden können. Tief beeindruckt hat mich seit der ersten Berührung mit Liteville-Bikes die fühlbare Qualität, die Offensichtlichkeit der durchdachten Lösungen, die Liebe zum Detail, die nicht von Marketingstrategen ausgeklügelt, sondern von Enthusiasten authentisch umgesetzt wird. Deshalb baue, verkaufe und FAHRE ich Liteville-Bikes - aus Überzeugung!
Ganz ehrlich, ich bin aber auch schon auf Litevilles gesessen, die irgendwie einfach nicht "passten". Am Anfang konnte ich mir das nicht erklären, aber wir haben dann insbesondere auch beim Aufbau unserer Testbikes darauf geachtet, was DEN spürbaren Unterschied ausmacht. Es sind oft nur Kleinigkeiten, die aus einem mittelmäßigen Rad ein Exzellentes machen. Die Auswahl und die Harmonie der verbauten Komponenten sind dabei nur die eine Sache. Sonst müsste sich ja jedes Bike mit einer Shimano XT völlig ident fahren, was erfreulicherweise nicht der Fall ist. Es ist wie bei einem komplexen Puzzle: nur wenn alle Bausteine auch wirklich perfekt zueinander passen und diese in der richtigen Weise zu einem gemeinsamen Ganzen zusammengefügt werden, ist das Ergebnis vollkommen!
Nun ist ein Liteville aber keinesfalls zum Leben notwendig, ebensowenig wie ein Automobil, wenn man ganz ehrlich ist. Wie hätte sonst die Menscheit vor der Erfindung dieser beiden revolutionären Fortbewegungsmittel überleben sollen? - Und dennoch möchte ich weder mein Auto und noch viel weniger mein Liteville missen. Das eine erleichtert mir meine gesellschaftlichen Aufgaben und das Andere macht mir soviel Freude, dass ich wohl eher aufs Autofahren als aufs Radfahren verzichten würde. Oft erwische ich mich beim naiven (er)träumen einer autofreien Gesellschaft. Wie herrlich müsste das sein!
Als Versuch der Wiedergutmachung trachte ich so wenig wie möglich mit dem Auto, und so viel als möglich mit dem Fahrrad unterwegs zu sein. Und ich habe es mir zur beruflichen Aufgabe gemacht, den dafür offenen Menschen dasselbe Glücksgefühl beim Fahren mit dem Bike durch unsere Natur zu ermöglichen. Das kann man natürlich auf vielen verschiedenen Rädern - keine Frage, auch auf einem alten Klapprad lassen sich herrliche Momente beim Streifzug durch die Gegend erleben. Man muss dafür kein Liteville haben, aber ich selbst habe zuvor noch nie ein Bike besessen, welches mich so wenig vom Erlebnis des eigentlichen "FAHRENS" an sich ablenkt. Ich sitze wie selbstverständlich in einer Einheit auf meinem Bike und alle Sinne sind auf "ERLEBEN" geschärft und kaum vom "BEDIENEN" des Fahrrads selbst abgelenkt. Mein Liteville "BEDIENT" mich und ich kann mich aufs Wesentliche konzentrieren: das Erlebnis Radfahren in seiner schönsten Form!
Und deshalb habe ich mir mein erstes, als normaler Kunde gekauftes Liteville auch etwas kosten lassen. Wer also auf der Suche nach dem billigsten Bike ist, sollte sich wahrscheinlich woanders umsehen. Wer aber einen maximalen Gegenwert für sein Geld haben möchte, der ist bei Liteville und uns genau richtig! Fazit: ein Liteville ist nicht billig, aber noch weniger ist es überteuert. Es ist sein Geld mehr als wert! Und wir machen immer einen FAIREN Preis - versprochen!
Nachfolgend noch ein paar Gedanken dazu, die - obwohl über 100 Jahre alt - aktueller kaum sein könnten:
Billig ist nicht gut genug!
Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgendjemand ein wenig schlechter machen und etwas billiger verkaufen könnte. Die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften.
Es ist unklug, zuviel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zuwenig zu bezahlen.
Wenn wir zuviel bezahlen, verlieren wir etwas Geld, das ist alles. Wenn wir dagegen zuwenig bezahlen, verlieren wir manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.
Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen wir das niedrigste Angebot an, müssen wir für das Risiko, das wir eingehen, etwas hinzurechnen.
Und wenn wir das tun, dann haben wir auch genug Geld, um etwas Besseres zu bezahlen.
John Ruskin
(Englischer Sozialreformer 1819-1900)
